Mein Virenscanner ist kostenlos und alle loben ihn. Warum habe ich dann einen Virus?
Das ist die Frage, die wir von immer mehr Kunden gestellt bekommen. Gerade, nachdem wir mehre Viren mühevoll von einem System entfernt haben, dessen kostenloser Virenscanner (überwiegend wohl der bekannteste) keine besorgniserregenden Meldungen von sich gab.
Wie kann das sein? Im Freundeskreis und vermeintlichen Fachzeitschriften wird nur gutes darüber berichtet.
Da gibt es eine ganz einfache Antwort drauf:
NICHTS ist heute mehr kostenlos. Wo Sie nicht mit Geld zahlen, zahlen Sie mit Ihren Daten, Werbung oder reiner Kundenbindung (Ausnahme: Open Source, Linux)
So auch bei den Virenscannern. Die Programmierer der Antivirendatenbanken sind hochqualifiziert und auch gut bezahlt. Das Geld daher kommt rein aus den Verkäufen von Virenscannern, die üblicherweise im Sicherheitspaket 30-40 Euro pro Jahr pro PC kosten. Kostenlose Versionen sind entweder zeitlich eingeschränkt. So z.B. die Demo von kaspersky, bieten dafür die volle Leistung. Andere Hersteller entscheiden sich für einige Einschränkungen der Leistungen des Scanners. Dafür ist er halt kostenlos. Keine gute Idee – wer möchte schon eingeschränkt geschützt sein? Würden Sie mit einem kostenlosen Auto auf der Autobahn fahren, wenn Airbag, Gurte, Kopfstützen und eine Knautschzone fehlen? Genau dies bieten Ihnen die (uns bekannten, wir wollen keinen Antivirenhersteller diskriminieren) kostenlosen Antivirenprogramme, dessen bekannteste mit A anfangen. Sie schützen gegen ein paar Sorten von Schädlingen (grob gesagt). Der Rest kommt mangels weitergreifender Mechanismen (die Sie in den kostenpflichtigen Varianten derselben Scanner natürlich erhalten) durch , schaltet den Virenscanner ab und schafft freie Bahn für einen Haufen an Viren. Ohne, daß der Virenscanner Alarm schlägt natürlich.
Klar ist ein kostenloser Schutz immer noch besser als gar kein Schutz – doch liesse sich selbst darüber streiten, denn wenn Sie keinen Virenscanner installieren, wissen Sie zumindest, daß Sie nicht geschützt sind. Doch kaum jemand misstraut seinem Freundeskreis oder und hinterfragt die Leistung seines kostenlosen Virenscanners.
Zweifeln Sie an unserer Auffassung von Sicherheit, stellen Sie Sich einfach einmal diese Frage:
Wenn alle in Ihrem Freundeskreis das gleiche kostenlose Antivirenprogramm nutzen, und niemand zahlt dafür – Wovon leben dann die Programmierer? Und warum gehen Sicherheitspakete wie Kaspersky reißend in den Fachgeschäften über die Ladentheke, wenn sie doch 30-40 Euro kosten – und das jedes Jahr wieder?
Wir jedenfalls sehen es immer wieder – kostenloser Virenscanner, eigenartige Probleme. Mit kostenpflichigen Scanner gescannt, Viren im zweistelligen Bereich gefunden, Viren entfernt, Probleme sind weg. Ist meist aufwendiger als es klingt, erschrickt immer wieder. Ca. 30% der uns eingereichten Problemfälle haben mit Viren zu tun.
Und da wir oft die Frage “Mein Virenscanner ist kostenlos und alle loben ihn. Warum habe ich dann einen Virus?” gestellt bekommen, dieser Artikel noch einmal zum Nachlesen, Ausdrucken, weitersagen und sich Gedanken machen.
NACHTRAG:
Nach meinem Artikel erschien ein Report in der C’t, die unsere Meinung wiederspiegelt und die technischen Hintergründe durchleuchtet. Hier eine Leseprobe dazu:
http://www.heise.de/ct/artikel/Kostenlos-virenlos-1003507.html/from/atom10

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